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Anzahl der Bereitschaftsdienste hat Einfluß auf den Praxiskauf

Work-Life Balance und die Regelung der Bereitschaftsdienste spielen eine zunehmende Rolle beim Praxiskauf

Dr. med. Cem Meric
13.06.2015

Neben dem normalen Praxisalltag haben Ärzte bei einer Praxisübernahme mit Bereitschaftsdiensten auseinanderzusetzen. Dies beinhaltet die Pflicht für neu niedergelassenen Ärzte nach dem Praxiskauf an Wochenenden an der Notfallversorgung der Bevölkerung teilzunehmen. Die Notfallversorgung wird von den einzelnen Ärztekammern geregelt und diese haben ebenfalls eine Notfalldienstordnung zu erlassen. 


Die Notfalldienstordnung wird in den Heilberufsgesetzen der verschiedenen Bundesländer festgehalten.

§6 Heilberufsgesetz
Aufgaben der Ärztekammern ist einen ärztlichen und zahnärztlichen Notfalldienst in den sprechstundenfreien Zeiten sicherzustellen und bekannt zu machen sowie eine Notfalldienstordnung zu erlassen. Die Pflicht an der Bereitschaftsdienstteilnahme wird in der Musterberufsordnung für Ärzte festgehalten.

§26 Musterberufsordnung Ärztlicher Notfalldienst
Ärztinnen und Ärzte sind nach Maßgabe der Kammergesetzte und Heilberufsgesetze der Länder und der auf ihrer Grundlage erlassenen Satzungen zur Teilnahme am Notfalldienst bzw. Bereitschaftsdienst verpflichtet. 

Bereitschaftsdienste werden häufig von der Fachgruppe bzw. einem Fachgebiet selbst organisiert. An anderen Orten übernimmt eine spezielle Einrichtung alle Notdienste. Für neu niedergelassene Ärzte nach dem Praxiskauf oder einer Praxisübernahme können Vertretungen und Notdienste eine Möglichkeit sein, neue Patienten zu akquirieren.

Allerdings ist die damit verbundene zeitliche Komponente nicht immer mit den Anforderungen der Familie in Einklang zu bringen. Vor der Praxisübergabe sollte ein Arzt sich erkundigen, wie viele Bereitschaftsdienste typischer Weise für seine Fachgruppe im Jahr anfallen. Je nach Ort kann es auch möglich sein, nach eigenenmehr oder weniger Notdienste zu übernehmen.

Work-Life-Balance spielt zunehmend eine Rolle bei der Praxisabgabe
Praxisabgeber profitiern von einem geregelten Bereitschaftsdienst. Gerade bei junge Ärzten und Ärztinnen mit Famlie und Kindern spielen sogenannte weiche Fakoren eine Rolle bei der Wunschpraxis Übernahme.

Junge Ärzte mit Familie und Kindern bevorzugen attraktive Praxisstandorte
Auch die Entfernung zur nächsten Kita sowie Schul-, Bildungs- und Freizeitangebote im Praxisort fallen in die Entscheidung des Praxiskaufs. Hier profitiern Arztpraxen mit einem hohen Privatpatientenanteil und damit verbundener hoher Work-Life Balance.

Die Zeiten, in denen Ärzte mehrere Wochenenden im Momant beruflich aus Leidenschaft zum Beruf Dienst schieben sind schon lange vorbei. Potenzielle Praxiskäufer führen heute genaue Standortanalysen des Praxisortes durch, bevor sie eine Praxis kaufen oder übernehmen. Auch die Möglichkeiten zum ärztlichen Job-Sharing werden dabei genau betrachtet.

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