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Masterplan Medizinstudium 2020 gegen Ärztemangel

Nur etwa zehn Prozent der Medizinstudenten entscheiden sich für eine Praxisübernahme auf dem Land

Kim Björn Becker
25.11.2015

Um dem Mangel an Hausärzten entgegen zu treten, erarbeitete die Bundesregierung den Masterplan Medizinstudium 2020. Medizin gilt nach wie vor als eines der beliebtesten Studienfächer, gemessen an der Zahl der Bewerber pro Studienplatz. Pro Semester bewerben sich über 40.000 Schulabgänger für das Medizinstudium, zusammen konnten die 35 Medizinunis aber nur knapp 9000 Plätze vergeben.


Das macht ein Verhältnis von etwa fünf zu eins. Doch obwohl die medizinische Versorgung in Deutschland im internationalen Vergleich sehr gut abschneidet, regt sich Kritik daran, wie die Hochschulen die Ärzte von morgen auswählen und ausbilden. Viele in der Politik schreiben den gefürchteten Ärztemangel auf dem Land zum Teil auch den Universitäten zu , denn von den Studenten, die es bis zur Approbation schaffen, entscheiden sich im Mittel nur etwa zehn Prozent der Ärzte für einen Praxiskauf auf dem Land.

Reformvorschläge für die medizinische Studienplatzvergabe
An Reformvorschlägen mangelt es derzeit nicht. In der Unionsfraktion im Bundestag kann man sich zum Beispiel vorstellen, einen Teil der Studienplätze für Bewerber vorzuhalten, die sich für eine spätere Praxisübernahme , zumindest für eine bestimmte Zeit, entscheiden. Medizinstudenten halten davon jedoch herzlich wenig. Das Auswahlverfahren bei der Zulassung soll den späteren Erfolg im Studium sicherstellen und die Studenten nicht schon früh für einen Praxiskauf verpflichten.

Ohnehin wird die Frage, mit welchem Verfahren die geeignetsten Bewerber für das Medizinstudium ausgewählt werden können, kontrovers diskutiert. Wer sich auf einen Studienplatz in Humanmedizin bewirbt, muss ein recht kompliziertes Verfahren bei der Stiftung für Hochschulzulassung, der Nachfolgerin der früheren Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen ZVS, durchlaufen.

Stiftung Hochschulzulassung beklagt falsche Vergabepraktiken
Derzeit werden 20 Prozent aller Studienplätze allein nach der Abiturnote vergeben, weitere 20 Prozent nach der Wartezeit und 60 Prozent der Plätze können die Hochschulen nach eigenen Kriterien vergeben, wobei auch dort die Abiturnote neben der Ortspräferenz von besonderer Bedeutung ist.

Studienbewerber müssen daher nicht selten taktieren, wer sich zum Beispiel nur an besonders beliebten Universitäten um einen Platz bewirbt, kann trotz eines Superabiturs Pech haben, gibt die Stiftung für Hochschulzulassung künftigen Ärzten zu bedenken. Die hohe Bedeutung der Abiturnote wird schon lange kritisch gesehen. Allein die Tatsache, dass jemand ein 1,0 Abitur hat, sagt an sich natürlich noch nichts darüber aus, ob er oder sie später als Landarzt eine Praxis übernehmen wird.

Zunehmender Mangel an zukünftigen Landärzten
Offen ist, welche Kriterien statt der Abiturnote für den Versorgungsauftrag auf dem Land bei zunhemendem Ärztemangel aussagekräftig sein könnten. Es ist schwer zu messen, welcher Medizinstudent sich später niederlässt. Dies gelte vor allem vor Aufnahme des Studiums, schließlich entwickelten sich erfolgreiche Studenten vom ersten Semester bis zur Approbation stetig weiter.

Die Praxisbörse ist daher für die Abschaffung der aktuellen Quoten für Abiturnote und Wartezeiten und stattdessen eine Zulassung anhand der Bereitschaft zum Praxiskauf abhängig zu machen. vergleichbare Forderungen finden sich beim  Deutschen Hausärzteverband.

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