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Erleichterte Praxisübergabe innerhalb eines Arztnetzes

Arztnetzte erleichtern die Praxisabgabe durch Vermittlung innerhalb des Zusammenschlusses oder durch Inklusive in eine MVZ

20.05.2016

Die größten und professionellsten Ärztenetze und Praxisnetze haben sich im Jahr 2011mit dem Virchow-Bund zusammengeschlossen, um Ihre Interessen und Kompetenzen in einer gemeinsamen Netzagentur zu bündeln, sich auf Bundesebene besser zu positionieren und den Praxisverkauf zu fördern. Dazu gründeten 15 Praxisnetze die Agentur deutscher Arztnetze e.V.


Gemeinsames politisches Ziel ist, dass Ärzte- und Praxisnetze den Status von Leistungserbringern im Sozialgesetzbuch zu erhalten. Professionell strukturierte und organisierte Ärztenetze müssen im Sinne einer regionalen effizienzorientierten Versorgung Vertragspartner mit allen Rechten und Pflichten sein können, insbesondere beim Abschluss von Strukturverträgen oder bei der Gründung eines ärztlich geleiteten Medizinischen Versorgungszentrums.

Darüber hinaus müssen Arztnetze, die qualitative und organisatorische Voraussetzungen erfüllen, die Möglichkeit erhalten, einen regionalen medizinischen Versorgungsauftrag oder ein eigenes Honorarbudget zu erhalten. Dies sollte über die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung erfolgen und kann bei einer Praxisübergabe bis zu einem Sicherstellungsauftrag gehen.

Woher kommen Arztnetze?
Mitte der 1980er Jahre waren ärztliche Bemühungen um kooperative Berufsausübungsformen in vollem Gange. Dies war die Reaktion auf die beginnende und sich festigende Kostendämpfung im Gesundheitswesen, die auch vor den niedergelassenen und ambulant tätigen Ärzten bei der Praxisübergabe nicht Halt machte.

Der NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte, erstritt seinerzeit in einem Musterprozess vor dem Bundessozialgericht die grundsätzliche Zulassung der so genannten Fachübergreifenden Gemeinschafspraxis, heute als Berufsausübungsgemeinschaft BAG bezeichnet, und legte den Grundstein für ärztliche Kooperationen in der Arztpraxis.

Die ersten Praxisnetze etablierten sich daraufhin vor rund zehn Jahren. Der Grundwa das zweite GKV Neuordnungsgesetz aus dem Jahr 1997. Es hatte zum Ziel, neue Versorgungsstrukturen im ambulanten Bereich durch eine stärkere Vernetzung von Arztpraxen, so genannte Praxisnetze oder Arztnetze, zu fördern. Der Gesetzgeber erhoffte sich von der engeren Kooperation zwischen den Vertragsärzten eine Qualitätsverbesserungen, mehr Wirtschaftlichkeit in der Versorgung und eine erleichterte Praxisübergabe.

Was sind Arztnetze?
Arztnetze sind regionale Zusammenschlüsse von Ärzten zur Verbesserung ihrer beruflichen und wirtschaftlichen Situation und optimierten Praxisabgabe. Durch die gezielte und systematische Kooperation wird die Versorgung der Patienten vor Ort der demographischen Entwicklung angepasst. Daneben ist eines der Ziele die Verbesserung der Kommunikation der Ärzte untereinander sowie die Abstimmung der Angebotsstrukturen der einzelnen Leistungserbringer im Rahmen der Arztpraxis Übergabe. Einige bestehende Arztnetze haben neben ärztlichen Partnern verschiedener Fachrichtungen inzwischen auch andere Leistungserbringer wie z.B. Physiotherapeuten, Apotheken, Pflegedienste mit eingeschlossen.

Was sind die Ziele von Arztnetzen?
Das Ziel der Zusammenarbeit ist die qualitativ bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten. Dabei können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. In ein Praxisnetz dürfen auch Krankenhäuser,  und Rehakliniken sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe einbezogen werden.

Ärzte und andere Leistungserbringer können mit Krankenkassen so genannte Direktverträge abschließen. Das betrifft zum Beispiel den Bereich der Integrierten Versorgung und die hausarztzentrierte oder fachärztliche Versorgung. Die Bedeutung der Praxisnetze steigt auch beim Praxisverkauf, da Arztpraxen oftmals innerhalb eines Arztnetzes abgegeben oder in ein Medizinisches Versorgungszentrum inkludiert werden.

Wie entwickeln sich die Arztnetze?
Die Zahl der Ärztenetze steigt rasant an. Zählte man in 2002 bundesweit noch rund 200 Netze, in denen rund 10.000 niedergelassene Ärzte zusammengeschlossen sind, sind es heute circa 400 Netze mit schätzungsweise rund 30.000 Ärzten. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Netzen.

Einige sind inzwischen so groß und bündeln nahezu alle Ärzte einer Region, so dass diese bereits direkte Verträge mit Krankenkassen abgeschlossen haben und einen Teil der medizinischen Versorgung selbst gestalten. Andere befinden sich im Zustand von losen Verbindungen oder Vereinen. Die Richtung aber ist klar. Die Zahl der Netze und deren Bedeutung bei der Praxisabgabe einer Arztpraxis werden weiter steigen.

Fördern Praxis- zw. Arztnetze den Praxisverkauf?
Arztnetzte fördern den Praxisverkauf, da eine Arztpraxis oftmals innerhalb bekannter Kollegenkreise übernommen wird. Auch die Anstellung und Einarbeitung von jungen Ärzten, ggf. mit einer späteren Praxisassoziation, wird gefördert. Die Landarztbörse rät allen Praxiskäufern sich in Arztnetzen zu organisieren.

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