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Bayern beschließt Landarztquote für Medizinstudium Vergabe

5% aller Studienplätze für zukünftige Landärzte reserviert

Atlas Medicus
10.07.2018
Der Freistaat Bayern hat erstmals die Einführung einer Quote für Landaärzte bei der Medizinstudieplatz Vergabe beschlossen. Fünf prozent der Studienplätze für Medizin werden zukünftig in Bayern an Ärzte vergeben, die sich verpflichten nach dem Studium auf dem Land zu arbeiten. Damit versucht  Bayern durch eine Reglementierung bei der Medizin Studienplatzvergabe den Versorgungsauftrag in ländlichen Regionen zu fördern.

Das Kabinett muss nun die erforderlichen gesetzlichen Regelungen zu der Studienplatzvergabe umsetzen, was sich in den Auswahkriterien widerspiegeln soll. Die 5% Quote soll in Bayern zum Wintersemester 2019/20 eingeführt werden. Zuvor hatte schon Nordrhein-Westfalen die Quotierung nach der Bereitschaft später als Landarzt zu arbeiten eingeführt. Kritiker verweisen darauf, dass auf diese Weise Medizinstudierende zu früh zu einer Entscheidung gedrängt werden könnten.
Ferner sind viele Fragen offen: Was geschieht, wenn der Bewerber z.B. aus familiären Gründen doch nicht auf dem Land praktiziert? Wie sehen die Sanktionen aus? Ist eine gezielte Manipulation möglich (Studierende könnten sich z.B. gegen die Bezahlung eines Strafgeldes einen der begehrten Studienplätze sichern).
Sie fordern stattdessen, die Tätigkeit als Landarzt insgesamt attraktiver zu gestalten. Doch auch die finanziellen Förderprogramme, die für eine Niederlassung auf dem Land mit hohen Zuschüssen (z.B in NRW mit bis zu 60.000 Euro) locken, führten bislang nur zu bescheidenen Ergebnissen. Nun sieht der Entwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) weitere (finanzielle) Anreize zur Förderung der Landarzttätigkeit vor. Es bleibt abzuwarten, ob diese zu einer Verbesserung der Versorgung beitragen.

Darüber hinaus wurde der Ausbau der Telemedizin beschlossen:
Die Telemedizin ein wichtiges Zukunftsthema zur medizinischen Versorgung des ländlichen Raumes. Damit kann der Zugang zu einem Arzt ohne weite Anfahrtswege ermöglicht werden. Das Gesundheitsministerium wird zusammen mit der Bayerischen Landesärztekammer im Herbst 2018 ein Fachforum mit dem Titel "Online Arzt" zu den wesentlichen Fragen im Zusammenhang mit der Fernbehandlung veranstalten.
In Kürze soll zudem ein telemedizinisches Forschungsprojekt im südbayerischen "Digitalen Dorf", dem Verbund Spiegelau-Frauenau, starten. Dabei werden medizinische Fachangestellte Hausärzte etwa bei Hausbesuchen zum Verbandswechsel oder bei Diabetesschulungen entlasten und über digitale Medien direkt mit den Ärzten kommunizieren. Auch die digitale Vernetzung von Intensivpflegediensten mit den Hausärzten vor Ort ist Teil des Projekts.
Außerdem wird eine digitale Anbindung der regionalen Krankenhäuser angestrebt. Das Projekt "Digitales Dorf - Medizin Digital zur Verbesserung der Versorgung auf dem Land", kurz MeDiLand hat eine Gesamtlaufzeit von eineinhalb Jahren und soll mit bis zu 330 Tausend Euro vom Gesundheitsministerium gefördert werden.

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